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Nicht behandelte
Schlafapnoe führt durch die auftretende Tagessymptomatik sehr häufig zu
Verkehrsunfällen mit oft verheerendem Ausgang.
Mangelnde
Vigilianz, Einschlafneigung, der sog. Sekundenschlaf, sind immer wieder Auslöser
der uns durch die Presse nahegebrachten Unfälle auf Autobahnen. Hier spielt die
monotone und oft stundenlange Fahrsituation eine große Rolle.
Informationen
über Untersuchungen der Unfallhäufigkeit in Deutschland finden Sie auf den AfaS
- Seiten.
Nun hat eine
kanadische Studie den Nachweis erbracht, daß gut therapierte Schlafapnoiker in
der Unfallhäufigkeit anderen, gesunden Verkehrsteilnehmern entsprechen, also
keine erhöhtes Risiko darstellen.
Hieraus ergibt
sich, welche Bedeutung eine schnelle Behandlung und Therapieeinleitung für
Gesundheit und die gesamte Volkswirtschaft hat. Lange Wartezeiten auf einen
Meßplatz, dadurch verzögerte Behandlung und Therapie, erzeugen gefahren nicht
nur für den Betroffenen, sondern auch für seine Mitmenschen im Straßenverkehr.
Wichtig: die
einmal eingeleitete Therapie, z.B. mittels CPAP - Gerät, muß konsequent
durchgeführt werden, um wirksam zu sein!
Therapieabbrüche
versetzen Patienten schnell wieder in den Zustand, in dem sie vor ihrer
Behandlung waren.
Das die Therapie
und deren Nutzen und Einhaltung regelmäßig kontrolliert werden müssen, steht
außer Frage. So sind jährliche, überwachte Kontrollen des Therapiedruckes und
der Compliance vorgeschrieben.
Auch das
Bundesverkehrsministerium hat die in unbehandelter Schlafapnoe liegenden
Gefahren für Verkehrsteilnehmer erkannt und mit dem Gesetz zur 'Zulassung von
Personen am Straßenverkehr' aus August 1998 reagiert.
Demnach sind unbehandelte Schlafapnoiker in
keiner Führerscheinklasse zu Straßenverkehr
zugelassen,
behandelte nur unter der Bedingung der
regelmäßigen Kontrolle.
Das ist wichtig
für die Patienten! Therapieabbruch bedeutet demnach Verlust der Zulassung zur
Teilnahme am Straßenverkehr, weil sie dann unbehandelt sind!
Zur Information nochmals der Artikel über die kanadische Studie:
CPAP - Therapie normalisiert Unfall-Risiko von Apnoikern
Güte der Behandlung
entscheidet über Fahrtüchtigkeit
London/Kanada
(wie) - Autofahrer, die aufgrund eines unbehandelten Schlafapnoe-Syndroms (SAS)
während der Fahrt mit dem Schlaf kämpfen, verursachen zwei- bis viermal mehr
Verkehrsunfälle wie "ausgeschlafene" Fahrer. Werden ihre nächtlichen
Apnoe-Anfälle jedoch effektiv behandelt, normalisiert sich das Unfallrisiko,
wie eine kanadische Studie ausweist.
Schläfrigkeit untertags,
vermindertes Reaktionsvermögen und mangelnde Konzentrations-Fähigkeit sind der
Tribut, den eine obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit mindestens zehn Apnoe-
und/oder Hypopnoe-Episoden pro Stunde fordert, sofern es nicht erkannt und
behandelt wird. Setzt sich der Patient trotzdem ans Steuer, kommt es überdurchschnittlich
häufig zum "Crash". Doch läßt sich die erhöhte Unfallrate auf
durchschnittliche Werte senken, wenn man SAS-Patienten effektiv behandelt, etwa
mittels kontinuierlicher Beatmung gegen erhöhten Druck ("Continuous
Positive Airway Pressure" , CPAP). Dieser Erfahrungswert ist bisher
allerdings noch nicht ausreichend durch Daten belegt.
Geeignete Zahlen liefert jetzt
C.F. George von der University of Western Ontario. In seiner Untersuchung
verglich er die Zahl der Kraftfahrzeug-Unfälle von 210 Patienten mit
obstruktivem SAS drei Jahre vor und nach nasaler CPAP-Behandlung mit einer
Kontrollgruppe gleichen Alters und Geschlechts.
Während die Kollisions-Rate,
das heißt die Zahl der Unfälle pro Person und Jahr, bei den unbehandelten
SAS-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe ums Dreifache höher lag, bestand
drei Jahre nach Therapiebeginn kein Unterschied mehr zwischen beiden Gruppen.
Wie nicht anders zu erwarten, blieb die Kollisions-Rate innerhalb der
Kontrollgruppe konstant.
Effektive Behandlung
vorausgesetzt, sind Patienten mit SAS demnach genau so verkehrs- und fahrtüchtig
wie jeder andere Verkehrsteilnehmer. Dies speziell für Ärzte von Belang, die
bei Gerichtsverhandlungen gutachterlich tätig sind und über die Fahrtüchtigkeit
von SAS-Patienten zu entscheiden haben.
Aus: Thorax 56 (2001) 508-512
